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„Denk mit, denk nach! Mittelalter-Rezeption in deiner Stadt“  -

Unsere AG „Wissenschaftliches Arbeiten“ auf Forschungsreise in Quedlinburg

Die Stadt Chemnitz  wurde 1143 erstmalig in einer Königsurkunde erwähnt und  feiert 2018 ihr 875-jähriges Bestehen. Dieses Ereignis ist der Ausgangspunkt für das Projekt „Denk′ mit, denk′ nach! Mittelalter-Rezeption in deiner Stadt“. Aufgabe des Projektes der TU Chemnitz ist es, verschiedenste Nachwirkungen des Mittelalters bis in unsere heutige Zeit genauer zu erforschen.

 

Das Projekt „Denk mit, denk nach! Mittelalter-Rezeption in deiner Stadt“ ist Teil des Programms „Denkwerk“ der Robert-Bosch-Stiftung, in der sich Geisteswissenschaftler, Lehrer und Schüler vernetzen. Daher steht die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Studenten der TU-Chemnitz, Lehrern und Schülern des Martin-Luther-Gymnasiums Frankenberg und des Gymnasiums Einsiedel besonders im Vordergrund. In diesem Zusammenhang ermöglichte die finanzielle Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung eine zweitägige Exkursion zur vergleichenden Forschung nach Quedlinburg (14./ 15.11.2016).

 

Ein Besuch in der Stadt Quedlinburg – berühmt als einstige Königspfalz und Mitglied der Hanse - das bedeutet für unsere Exkursion die hautnahe Begegnung mit über 1000 Jahre Geschichte, das Spazieren durch einen einmalig historisch erhaltenen Stadtkern und in eine Altstadt mit mehr als 2000 Fachwerkhäusern.  Dass diese Stadt 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, ist schon fast eine Selbstverständlichkeit.

 

Da Chemnitz ja kaum noch mittelalterliche Grundrisse und -strukturen aufweist, waren wir neugierig auf das authentische Stadtbild und den Vergleich zwischen der mittelalterlichen Geschichte von Chemnitz und Quedlinburg. Unser erster Weg durch Quedlinburg führte uns vorbei an kunstvoll restaurierten  Fachwerkhäusern und Kirchen, durch mittelalterliche Gassen und auf ursprüngliche Märkte. Zu sehen waren aber auch Villen aus der Gründerzeit und dem Jugendstil. Die Vielfalt der Architekturstile in Quedlinburg überraschte uns. Besonders beeindruckt hat uns der Neumarkt mit seinem einzigartigen gotischen Rathaus. Alle Projekt-mitglieder erfuhren darüber hinaus, wie sich die  Stadt durch das Ottonische Marktrecht und das Stadtprivileg vom Auenland zur hochmittelalterlichen blühenden Handelsstadt entwickelt hat.



Am Abend bezogen wir Quartier im Cyriakushaus in Gernrode, einem Ortsteil von Quedlinburg. Den Tag beschlossen wir mit dem Austausch der Ergebnisse unserer fünf Arbeitsgruppen.

Am nächsten Tag konnte die Stiftskirche St. Cyriakus, welche direkt neben der Unterkunft lag, besichtigt werden. Erstmals 961 erwähnt, gilt sie als einzig komplett erhaltenes Bauwerk der Ottonischen Bauweise. Sie war die Kirche des vom Markgrafen Gero gegründeten Frauenstifts Gernrode. Besonders hervorzuheben ist das Heilige Grab, da es sich hier um das älteste und besterhaltene Heiligengrab in ganz Deutschland handelt!


Danach führte uns unser Weg auf den Schlossberg in Quedlinburg, welcher nicht nur durch seine exponierte Lage bekannt ist – man kann von dort einen sehr guten Blick über ganz Quedlinburg werfen -, sondern auch wegen seiner historischen Bedeutung, denn hier wurde 936 von Otto I. das Stift Quedlinburg, ein Frauenstift, gegründet. Als erste Äbtissin setzte Otto seine Mutter Mathilde ein.

Otto III. verlieh ihr 994 das Marktrecht und so konnte sich Quedlinburg zu einer florierenden Stadt entwickeln.


Nicht weniger interessant war unsere nächste Station, die Stiftskirche St. Servatii. Hier konnten wir die Grabkammer von Heinrich I. und seiner Frau Mathilde sowie den Stiftsschatz besichtigen.